„Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist die Zukunft, aber das wird leider oft vergessen“

Warum dringend ein Umdenken gefragt ist

Mit über 168,3 Mrd. € Umsatz (2018) ist die Kultur- und Kreativwirtschaft größer als die chemische Industrie oder die konventionelle Energiewirtschaft und hat sich damit längst zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige der Weltwirtschaft entwickelt. „Und trotzdem steht unsere Branche noch oft hinten an und wird von den Verantwortlichen in der Wirtschaft nicht ernst genommen“, beklagt Fabian Schmid, Geschäftsführer der schmiddesign. Die Kultur- und Kreativwirtschaft setzt sich aus 11 Teilmärkten zusammen, wie etwa der Musikwirtschaft, dem Werbemarkt, der Designwirtschaft, der Filmwirtschaft oder dem Buchmarkt.  Geprägt wird die Branche insbesondere von Freiberuflern sowie Klein- und Kleinstbetrieben.

„Dass die Bundesregierung die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ins Leben gerufen hat, um für unseren Wirtschaftsbereich positive Zukunftsperspektiven zu erschließen, zeigt doch deutlich, dass ein Umdenken gefragt ist. Energiekonzerne werden gerne mal vom Staat subventioniert und wenn es darum geht, dass ein Zulieferer vor dem finanziellen Aus steht, dann taucht das ebenfalls groß in den Medien auf. Aber der Aufschrei hält sich in Grenzen, wenn das gleiche Schicksal beispielsweise einem alt eingesessen Verlag droht. Oder wenn eine große Werbeagentur ihre Büros lieber ins benachbarte Ausland verlagert, schlichtweg weil dort bessere Bedingungen herrschen. Das finde ich wirklich bedenklich“, erläutert Schmid. Der Geschäftsführer der Agentur für strategische und crossmediale Markenkommunikation sieht dringenden Handlungsbedarf. „Kreativität ist der Motor für die Zukunft. Sie ist eine wichtige Schlüsselkompetenz und der Treiber für die Dynamik unserer Wirtschaft. Vor allem wenn es darum geht, neue Antworten auf die globalen Herausforderungen zu finden und dabei den Mut zum Experimentieren aufzubringen. Kreative Menschen werden in Zukunft eine unentbehrliche Rolle für den Arbeitsmarkt spielen. Sie sind der Katalysator für den ökonomischen Wertschöpfungsprozess. Aber dafür brauchen wir die Unterstützung der Politik und aller Verantwortlichen aus den Wirtschafts-, Innovatins- und Bildungsbereichen“, so Schmid abschließend.

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